Die Biene
Ta treść nie jest jeszcze dostępna w Twoim języku.

Es ist ein sonniger Tag in Miami, Florida. Andreas und Monika schlendern über den heißen Strand. Der Sand ist von der Sonne aufgeheizt, und in der Ferne glitzert das Meer, auf dem sich etliche Jet-Ski-Fahrer tummeln.
Direkt am Ufer steht ein Anhänger mit mehreren startbereiten Jet-Skis. Daneben befinden sich ungefähr zehn verschlossene Benzinkanister, die ungeschützt in der prallen Sonne stehen.
Schon aus mehr als zwanzig Metern Entfernung können Andreas und Monika den Geruch des Benzins deutlich wahrnehmen. Durch die Hitze verdunstet ein Teil des Kraftstoffs und tritt trotz der verschlossenen Behälter nach außen. 1
Auch Andreas und Monika spüren bereits eine leichte Benommenheit. Obwohl sie sich im Freien befinden und ein leichter Wind über den Strand weht, ist die Konzentration der Benzindämpfe in der Umgebung deutlich wahrnehmbar.
Da entdecken die beiden direkt vor sich eine einzelne Biene auf dem Boden. Immer wieder versucht sie, sich aufzurappeln und loszufliegen. Sie bewegt ihre Flügel, hebt kurz ab und fällt sofort wieder zurück in den Sand. Es wirkt, als hätte sie die Orientierung verloren oder nicht mehr genügend Kraft, um sich in der Luft zu halten.
In diesem Moment stellt sich Andreas eine Frage: Ergeht es der Biene vielleicht ähnlich wie ihnen? Könnten die Benzindämpfe dazu führen, dass sie benommen ist und sich nicht mehr aufrappeln kann?
Natürlich können Andreas und Monika nicht wissen, was der Biene tatsächlich fehlt. Vielleicht ist sie erschöpft, überhitzt oder aus einem anderen Grund geschwächt. Doch sie liegt genau in dem Bereich, in dem der Benzingeruch besonders stark ist.
Andreas beugt sich hinunter und lässt die Biene vorsichtig auf seine Hand krabbeln. Gemeinsam tragen sie das kleine Tier ein gutes Stück vom Anhänger und den Benzinkanistern weg. Sie suchen eine ruhigere Stelle, an der frische Luft vom Meer herüberweht, und setzen die Biene dort behutsam auf einer Pflanze ab.
Zunächst geschieht nichts. Die Biene sitzt still auf dem Blatt. Nach kurzer Zeit beginnt sie jedoch, sich wieder stärker zu bewegen. Sie richtet sich auf, putzt ihre Fühler und schlägt mehrmals mit den Flügeln.
Dann hebt sie plötzlich ab.
Für einen kurzen Moment schwebt sie noch vor Andreas und Monika in der Luft, bevor sie davonfliegt und zwischen den Pflanzen verschwindet.
Ob es tatsächlich die Benzindämpfe waren, die sie am Fliegen gehindert hatten, werden die beiden nie erfahren. Doch die Beobachtung bleibt ihnen im Gedächtnis. Ein Geruch, der für Menschen lediglich unangenehm oder leicht betäubend erscheint, kann für ein so kleines Lebewesen möglicherweise eine wesentlich stärkere Belastung darstellen.
Footnotes
Section titled “Footnotes”-
Die Dämpfe können unter anderem Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylole, Hexan, Heptan und weitere leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe enthalten. Hinzu kommen je nach Kraftstoff verschiedene Additive, Alkohole oder Ether. Viele dieser Stoffe können die Atemwege reizen und bei höherer Belastung Kopfschmerzen, Schwindel oder Benommenheit verursachen. Selbst aus verschlossenen Benzinkanistern oder stehenden Fahrzeugen verdunsten selbst bei niedrigen Temperaturen bis zu 1,5 Liter Benzin pro Monat. ↩